Sonntag, 22. Januar 2012

Zu Fuß über die Grenze


Bonjour, mes amis!

Heute melde ich mich exakt von der Grenze - wäre sie der dicke Strich als den wir sie uns als Kinder immer vorstellen, so stünde ich direkt darauf. Wie ich hierhergekommen bin, sagt schon der Titel dieser Geschichte - zu Fuß.
Zu Fuß - auf alten Schmugglerwegen - zur französischen Grenze zu gehen, ist wesentlich cooler als es zuerst klingt. Zuerst einmal kann der geneigte Leser auf obigem Bild erkennen, dass die Grenzregion Deutschland/Frankreich hier, bei Niedaltdorf, einen besonderen Charme hat (auf dem Bild die Nied an der Wackenmühle, einer Wassermühle). Ein perfekter Ort, um auch gedankliche Grenzen zu finden und zu überwinden. Die wunderbare Aussicht auf eingangs erwähntes Niedaltdorf ließ mich diesbezüglich, nicht zuletzt dank meiner wundervollen Begleiterin, entscheidend weiterkommen...


Um von der Wackenmühle zu diesem Aussichtspunkt zu gelangen waren schon einige Höhenmeter zu überwinden! Die Landschaft ist aber nach wie vor traumhaft.
Folgt man den Schildern weiter durch ein geradezu klischeehaft verschlafenes Niedaltdorf Richtung Frankreich, und setzt man am Ortsausgang seinen Weg mangels Fußweg am Straßenrand fort, so kommt man irgendwann am alten Grenzhäuschen vorbei. Dieses befindet sich auf dem Gipfel eines leichten Hügels (auch wenn meine Begleiterin bis heute behauptet das sei ein BERG gewesen) und wird heute ironischerweise vom örtlichen Anglerverein genutzt. Leider vergaß ich, davon ein Bild zu machen, aber dafür gibt es ja heute das Internet - und außerhalb von Deutschland auch flächendeckend Google StreetView:


Links das erwähnte ehemalige Grenzhäuschen (mit der Aufschrift des Anglervereins), ein Stück weiter von hinten das Schild mit den deutschen Verkehrsregeln, welches auf dem nächsten Bild hinten zu erkennen ist. Die Google-Aufnahme ist von der deutschen Seite der Straße aus, während dieses Bild von der französischen Seite aus geschossen wurde:


Interessanterweise habe die Franzosen nicht die Nötigkeit gesehen, ihrerseits auch nur ein territoriales Schild wie das obige aufzustellen. Das finde ich schade. Denn solche Schilder sind nicht nationalistisch, sondern betonen - zusammen mit dem Grenzhäuschen, in dem nun die Fischer sitzen - den Fortschritt, dass Grenzen eben nicht mehr kontrolliert werden müssen, weil die Länder in Frieden und Kooperation miteinander existieren.
Dieser Friede ist eine Errungenschaft, die wir schätzen sollten. Auch in Zeiten, in denen man gewisse europäische Nachbarn im Süden wegen ominöser Bilanzen vielleicht ausschließen möchte. Denn wie sagte schon mein Großvater:
"Welche Uniform sie tragen ist egal, die müssen auch essen und trinken."
In diesem Sinne:

A plus, mes amis!

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